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Joachim Brohm




Joachim Brohm (*1955, Dülken) gilt als Pionier der dokumentarisch-künstlerischen Farbfotografie in Deutschland. Bereits während seines Studiums ab 1977 an der Folkwangschule in Essen bei Otto Steinert und Michael Schmid, wählte er konsequent die Farbe für seine Fotografie.

 

Als 1979 das erste professionelle Farblabor an einer deutschen Hochschule durch Prof. Erich vom Endt an der Folkwangschule eingerichtet wurde, erforschte Joachim Brohm zusammen mit Knut Wolfgang Maron, Wendelin Bottländer, Andreas Grusky, Gosbert Adler und Volker Heinze intensiv die Möglichkeiten neuer Ausdrucksformen mit Hilfe einer dokumentarisch-künstlerischen Lesart von Farbfotografie abseits der damals gültigen Werbeästhetik. Dabei wurde Brohm besonders stark durch die amerikanische "New Color Photography" und die "New Topographics" beeinflusst.

Wichtig in seinen Werkreihen ist die Auseinandersetzug mit Urbanität und dem Prozess der zeitlichen wie soziologischen Entwicklung von Orten. Bis 2023 unterrichtet Brohm an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

 

Seit 2010 begleitet der Filmemacher und Fotokurator Ralph Goertz den Künstler zwischen Essen, Leipzig und Berlin und wird im September 2026 den ersten Dokumentarfilm über Joachim Brohm veröffentlichen. Der Film zeichnet nahezu alle Fotoprojekte seit 1979 nach und hinterfragt tiefgründig seine künstlerische Praxis. Mit seiner feinfühligen und gedämpften Farbigkeit, seinem erhöhten Standpunkt und seiner zurückhaltenden Ästhetik des Unspektakulären, trug Brohm maßgeblich zur Anerkennung des Mediums der Fotografie als Teil der zeitgenössischen Kunst bei.

 

Das Filmprojekt wird im September 2026 unter dem Titel "Joachim Brohm. TRANSFORMATIONEN. Die Fotoprojekte seit 1979" veröffentlicht. 

 

"Für mich ist die Ruhr ein Ort gewesen, an den es mich zum Studium verschlagen hat. Ich habe versucht, mich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen, zu schauen, wo ich hier eigentlich gelandet bin und wie das Territorium beschaffen ist. Wie verhalten sich dort die Leute und was mache ich eigentlich hier? Es ist zweifellos ein Prozess der intensiven Selbstbefragung gewesen, ein Prozess der Aneignung für mich selbst."

(Joachim Brohm im Interview mit Ralph Goertz, Leipzig, November 2018)



Foto: Ralph Goertz © IKS-Medienarchiv

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