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Jitka Hanzlovà




Jitka Hanzlová: Identität und die Würde des Porträts

 

Die in Essen lebende Fotokünstlerin Jitka Hanzlová (*1958) gehört zu den profiliertesten Stimmen der zeitgenössischen europäischen Fotografie und wurde international vor allem durch ihre wegweisende Serie „Female“ (1997–2000) bekannt. Hanzlová nähert sich den von ihr porträtierten jungen Frauen direkt auf der Straße – in Metropolen wie New York, London, Paris oder Berlin – und zeigt sie gänzlich abseits gängiger Mode- oder Rollenklischees. Ihre Bilder zeichnen sich durch eine unverwechselbare Sinnlichkeit und Intimität aus; mit großer Empathie und psychologischem Gespür haucht sie den Porträtierten eine tiefe Würde und authentische Weiblichkeit ein, die den Betrachter unmittelbar berührt.

 

Einen faszinierenden Wendepunkt in ihrem von weiblichen Facetten geprägten Œuvre markiert ihre visuelle Arbeit für das interdisziplinäre Opernprojekt „Dead End“ 2008, eine ambitionierte Kooperation der Kammeroper NRW mit dem Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld. Für diese Inszenierung, bei der der Kurator und Filmemacher Ralph Goertz Regie führte, schuf Jitka Hanzlová ihr erstes offizielles Männer-Porträt. Das Werk zeigt den Bonner Schauspieler Bernd Braun und fängt die existenzielle Tiefe und Isolation seiner Bühnenrolle ein. Dieser seltene, meisterhafte Fotoabzug (C-Print, 42 x 58 cm) dokumentiert die seltene Symbiose aus Theaterkunst und Autorenfotografie und befindet sich heute als wichtiges Zeitzeugnis in den Beständen der hochkarätigen IKS Collection.

 

Rezensionsspiegel: Das Echo der Kunstkritik

 

Die Fachpresse und Online-Medien reagierten mit großer Begeisterung auf die Zusammenarbeit von Hanzlová und Goertz im musealen Raum. Kritiker hoben hervor, wie perfekt Hanzlovás sensible Bildsprache mit der existenziellen Enge des Theaterstoffs im Kaiser-Wilhelm-Museum korrespondierte. Während ihre „Female“-Serie in den Feuilletons oft für die feine Balance zwischen Distanz und Nähe gelobt wurde, feierten Rezensenten das Porträt von Bernd Braun als eine „ikonische Verdichtung maskuliner Fragilität“. Die visuelle Verknüpfung von darstellender und bildender Kunst wurde in Kulturmagazinen als Paradebeispiel für gelungene, spartenübergreifende Kooperationen in der nordrhein-westfälischen Museumslandschaft gewürdigt. Insbesondere die Integration des Porträts in das Bühnenbild verlieh der Inszenierung laut Kritik eine zusätzliche, fast schmerzhafte psychologische Ebene.

 

Details zum Projekt und Kunstwerk:

 

Künstler*innen: Jitka Hanzlová, Leon de Winter, Bernd Braun, Xaver Poncette

Projekt: Opern- und Ausstellungsprojekt „Dead End“

Kooperationspartner: Kammeroper NRW in Kooperation mit dem Kaiser-Wilhelm-Museum (KWM), Krefeld

Regie: Ralph Goertz

Besonderheit: Das entstandene Porträt von Bernd Braun ist das erste reine Männer-Porträt im Werk von Jitka Hanzlová (C-Print, Format 42 x 58 cm) und Teil der Sammlung des IKS PHOTO.

 

Bernd Braun, 2008

© Jitka Hanzlovà, courtesy IKS Collection

 

 

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