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Alicja Kwade




Die Dekonstruktion von Raum und Wahrnehmung im Werk von Alicja Kwade

 

Die Bildhauerin und Installationskünstlerin Alicja Kwade (geboren 1979 in Katowice, Polen) zählt zu den maßgeblichen Stimmen einer Generation zeitgenössischen Kunstschaffenden, die sich analytisch mit den epistemologischen Grundlagen unserer Realität auseinandersetzen. Ihr Œuvre bewegt sich an den Schnittstellen von Naturwissenschaft, Philosophie und gesellschaftlichen Konventionen, wobei sich ihre skulpturale Praxis primär der Untersuchung von Naturphänomenen, physikalischen Gesetzen wie Gravitation und Zeit sowie den inhärenten Strukturen unserer Wahrnehmungsapparate widmet.

 

In ihren ortsspezifischen Installationen kombiniert Kwade industriell verarbeitete Alltagsgegenstände wie Spiegel, Uhren, Lampen oder Glas mit elementaren Naturmaterialien wie Steinen und Metallen. Durch präzise mathematisch-physikalische Anordnungen und Verfremdungen transformiert sie diese Objekte in poetische, oftmals tief irritierende Raumgefüge, welche die vermeintliche Stabilität unserer physischen Umwelt und die Zuverlässigkeit empirischer Evidenz radikal hinterfragen.

 

Einen unmittelbaren Einblick in diese prozessuale Raumordnung bot die Einrichtung ihres dezidierten Künstlerraumes im K21, der Dependance für zeitgenössische Kunst der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die Konzeption dieses musealen Raumes verdeutlicht exemplarisch Kwades Methodik, architektonische Gegebenheiten als erweiterte Display-Strukturen zu nutzen, in denen die Relativität von Raum und Zeit physisch erfahrbar wird, wobei die Platzierung der skulpturalen Elemente eine präzise Austarierung von Sichtachsen und Schwerkraftverhältnissen erfordert, um die für ihr Werk charakteristische Ambivalenz zwischen Materialität und Immaterialität zu erzeugen.

 

Die komplexe Genese und der handwerkliche Aufbau dieses Künstlerraumes im K21 wurden exklusiv durch den Regisseur und Kurator Ralph Goertz filmisch begleitet. Diese zeitgeschichtliche Dokumentation leistet einen wesentlichen Beitrag zur kunstwissenschaftlichen Vermittlung und Erforschung zeitgenössischen Kunstschaffens, indem sie den Transformationsprozess vom logistischen Konzept zur finalen raumästhetischen Manifestation im direkten Dialog mit der Künstlerin festhält. Die audiovisuelle Konservierung dieses Entstehungsmoments dekonstruiert die epistemischen Prozesse hinter Kwades Werk und sichert das Verständnis für die handwerkliche und konzeptionelle Präzision, mit der die Künstlerin die Parameter unserer Raumwahrnehmung verschiebt





Fotos: Ralph Goertz © IKS-Medienarchiv

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