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Jodi Bieber




Soziokulturelle Bruchlinien und künstlerische Dokumentation: Jodi Bieber im Museum Goch

 

Die südafrikanische Fotografin Jodi Bieber (geb. 1966 in Johannesburg) zählt zu den prägendsten Stimmen der zeitgenössischen Dokumentarfotografie. Ihre künstlerische Methodik, geschult am Market Photography Workshop und maßgeblich beeinflusst durch die renommierte Joop Swart Masterclass (1996), bewegt sich an den Schnittstellen von sozialer Reportage und autonomer Bildkunst. Vom 24. Februar bis zum 26. Mai 2013 widmete das Museum Goch der Künstlerin unter dem Titel „Between Darkness and Light“ ihre erste umfassende institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Die Werkschau vereinte zentrale Zyklen ihres Schaffens, darunter das Langzeitprojekt „Between Dogs and Wolves – Growing up with South Africa“ (2006), das die Lebensrealität marginalisierter Jugendlicher an den Rändern der südafrikanischen Gesellschaft analysiert, sowie das nachfolgende Porträtprojekt „Soweto“ (2010). Obwohl Bieber durch Arbeiten für internationale Publikationen wie das Time Magazine und ihr weltbekanntes, preisgekröntes Porträt der Afghanin Aisha (2010) breite Rezeption erlangte, dekonstruieren ihre seriellen Bildgefüge die Mechanismen der klassischen Pressefotografie. Ihre Arbeiten weisen eine strikt kunstkonstituierende Ästhetik auf, die über den ephemeren Charakter des tagesaktuellen Bildjournalismus hinausweist.

 

Im Rahmen dieser musealen Erstpräsentation im deutschen Kontext erfolgte eine umfassende filmische Aufbereitung und mediale Archivierung der Ausstellung durch das IKS. Der Filmemacher und Fotokurator Ralph Goertz, traf Jodi Bieber vor Ort im Museum Goch zu einer exklusiven filmischen Dokumentation und einem tiefgehenden Videointerview. Das entstandene Filmdokument konserviert die ortsspezifische Hängung sowie die räumliche Inszenierung der Fotografien und macht die kuratorische Struktur der Schau dauerhaft für die kunsthistorische Forschung zugänglich.

 

In dem begleitenden Werkstattgespräch reflektiert Bieber intensiv über ihre visuelle Ethik, die soziopolitischen Bedingungen im Post-Apartheid-Südafrika sowie über den methodischen Anspruch, die Subjekte ihrer Porträts nicht als passive Opfer medialer Repräsentation zu inszenieren, sondern ihnen eine visuelle Autonomie zurückzugeben.

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