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Institut für
Kunstdokumentation und
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Peter Mitchell




Topografie des Alltags und die britische Farbfotografie im Werk von Peter Mitchell

 

Der britische Dokumentarfotograf Peter Mitchell (geboren 1943) zählt zu den einflussreichsten, obschon lange Zeit weitgehend im Verborgenen agierenden Pionieren der europäischen Farbfotografie. Während Mitchell die meiste Zeit seines Lebens und Schaffens in der nordenglischen Industriestadt Leeds verbrachte, entwickelte er über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten eine soziotopografische Chronik seiner direkten urbanen Umgebung. Seine visuelle Praxis zeichnet sich durch eine außergewöhnliche konzeptuelle Sorgfalt und Empathie im Umgang mit der sich verändernden Architektur und den Lebensrealitäten der Arbeiterklasse aus. Mitchells kulturhistorischer Stellenwert manifestierte sich maßgeblich in seiner wegweisenden Einzelausstellung „A New Refutation of the Space Viking 4 Mission“, die 1979 in der Impressions Gallery gezeigt wurde. Als eine der ersten reinen Farbfotografie-Präsentationen in einer britischen Institution übte diese Schau einen unermesslichen, strukturprägenden Einfluss auf die zeitgenössische Fotografiegeschichte Großbritanniens aus, indem sie die Tradition der sozialdokumentarischen Schwarz-Weiß-Fotografie radikal aufbrach.

 

Die fortlaufende Erforschung dieser Schlüsselposition der britischen Fotogeschichte bildet einen integralen Bestandteil der kuratorischen und archivarischen Arbeit des IKS – Institut für Kunstdokumentation. Der Filmemacher Ralph Goertz, Leiter des IKS und Kurator des großangelegten Ausstellungsprojekts FACING BRITAIN. British documentary photography since the 1960s, begleitete den Fotografen im Rahmen einer umfassenden Dokumentation exklusiv mit der Kamera.

 

Der daraus entstandene Dokumentarfilm „PETER MITCHELL. LEEDS.“ dokumentiert Mitchell direkt in der Intimität seines Ateliers sowie während eines gemeinsamen Rundgangs durch jene Stadtviertel von Leeds, die er seit über vierzig Jahren kontinuierlich dokumentarisch erfasst. Durch diese filmische Verknüpfung von ortsspezifischer Werkbiografie und kunsttheoretischem Werkstattgespräch leistet die IKS-Produktion einen wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag zur Rezeption der britischen Postindustrialisierung.

 

17 Originalprints in der IKS Sammlung

 

Die materielle Relevanz von Mitchells Schaffen spiegelt sich zudem unmittelbar in den physischen Beständen der Institution wider: Die Sammlung des IKS bewahrt und ein Konvolut von 17 signierten Arbeiten des Künstlers im Originalzustand, wodurch das visuelle Erbe dieser prägenden Epoche für zukünftige Forschungsdiskurse dauerhaft konserviert bleibt.

 

Hier geht es zum Film!

 

 

Peter Mitchell, Leed, 2019 © IKS-Medienarchiv

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