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Gary Hill




Epistemologie des Bildes und mediale Dekonstruktion im Werk von Gary Hill

 

Der US-amerikanische Medienkünstler Gary Hill (geboren 1951 in Santa Monica, Kalifornien) gilt als einer der maßgeblichen Pioniere der internationalen Videokunst. Seit den 1970er-Jahren setzt er sich in seinen komplexen Videoarbeiten und raumgreifenden Mixed-Media-Installationen analytisch mit den Prozessen der menschlichen Wahrnehmung, der Funktionsweise von Sprache sowie der strukturellen Beeinflussung durch technische Medien auseinander. Hills theoretisch fundierter Ansatz bricht mit konventionellen narrativen Strukturen des bewegten Bildes. Insbesondere sein Frühwerk zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Dialektik von Text und Bild (Intertextualität) sowie dem Verhältnis des Rezipienten zum eigenen Körper (Körperlichkeit) aus. Die Technologie fungiert bei Hill nicht als bloßes Abbildungsmedium, sondern als epistemologisches Instrument, um die Fragmentierung des modernen Subjekts und die Mechanik des menschlichen Bewusstseins offenzulegen.

 

Einen zentralen Meilenstein in der europäischen Rezeption seines Werks bildete die umfassende Retrospektive „Gary Hill – strange trajectories“, die im Herbst 2007 im NRW-Forum Düsseldorf realisiert wurde. Eingerichtet und konzipiert wurde diese Großausstellung von der Stiftung imai – inter media art institute, einer Institution, die sich der Erhaltung, Erforschung und Vermittlung von Medienkunst widmet. Die Schau präsentierte auf rund 1.200 Quadratmetern signifikante Großinstallationen und ein umfangreiches Videoprogramm, darunter die prominenten Neuproduktionen „Frustrum“ und „Guilt“ sowie restaurierte historische Arbeiten wie „In Situ“ (1986/2007). Damit bot die Düsseldorfer Präsentation eine wissenschaftlich fundierte Plattform, um das vielschichtige Verhältnis von Raum, Skulptur und elektronischem Signal im Gesamtwerk des Künstlers systematisch zu reevaluieren.

 

Der komplexe Aufbau dieser raum- und medienintensiven Werkschau im Jahr 2007 wurde exklusiv durch den Regisseur und Kurator Ralph Goertz filmisch begleitet. Die daraus resultierende Dokumentarfilmproduktion des IKS-Medienarchivs leistet einen substanziellen Beitrag zur kunsthistorischen Quellenforschung. Der Film dekonstruiert die technische und konzeptionelle Transformation der installativen Arbeiten im Ausstellungsraum und enthält zudem eines der seltenen, tiefgehenden Interviews, in denen Gary Hill explizit über seine bildanalytischen Strategien, seine philosophischen Bezugspunkte und seine künstlerische Methodik spricht.

 

Aus medientechnischer Sicht spiegelt die Dokumentation selbst die historische Entwicklung der digitalen Archivierung wider: Das visuelle Material wurde im Entstehungsjahr 2007 im damaligen analogen beziehungsweise frühen digitalen Fernsehstandard (Bildformat 4:3) auf professionellen Magnetspeicherbändern des Typs Betacam SP sowie im DV-Format aufgezeichnet. Um dieses zeitgeschichtliche Dokument dauerhaft für Forschung und Öffentlichkeit zu sichern, wurde das Quellmaterial einer aufwendigen digitalen Überarbeitung unterzogen. Durch diese Konvertierung und Restaurierung steht das Filmdokument nun im zeitgemäßen, hochauflösenden HD-Format (16:9) zur Verfügung. Dies sichert nicht nur den Erhalt der bildlichen Details von Hills hochkomplexen Installationen, sondern dokumentiert auch den notwendigen technologischen Wandel innerhalb der videobasierten Kunstwissenschaft.

 

Hier geht es zum Film!





Fotos: Ralph Goertz © IKS-Medienarchiv

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